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By Edmund Husserl, Rudolf Bernet, Dieter Lohmar

In den Bernauer Forschungsmanuskripten nimmt Husserl seine frühere, in Husserliana Band X dokumentierte Phänomenologie der formalen Struktur des inneren Zeitbewusstseins neu auf. Dabei stehen die Fragen, welche die Anwendung des Schemas `Auffassung - Auffassungsinhalt' auf das Zeitbewusstein und die Gefahr des unendlichen Regresses betreffen, noch immer im Vordergrund. Es ergeben sich aber auch entscheidende neue Einsichten. Diese betreffen vor allem das auf die Zukunft gerichtete `protentionale' Zeitbewusstsein in seiner Verflechtung mit der `Retention' der Vergangenheit sowie eine spezifisch noematische Bestimmung der Zeitmodalitäten, die zu einer neuen Phänomenologie der Individuation führt. Auch dem Zusammenhang zwischen zeitlichem Urstrom und ichlicher Zeitigung widmet Husserl erstmals eingehende Untersuchungen. Insgesamt handelt es sich bei den vorliegenden Nachlasstexten um eine Phänomenologie des Zeitbewusstseins in einer neuen, `genetischen' Perspektive, die sich nicht nur am Paradigma der Wahrnehmung orientiert, sondern auch den Akten der Erinnerung und der Phantasie Aufmerksamkeit schenkt.

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In den Bernauer Manuskripten beschreitet Husserl in seinen diesbeziiglichen Versuchen mindestens zwei verschiedene Wege. Ein erster Weg fuhrt ihn wieder in die Nahe von Brentanos bekannter Lehre yom inneren Bewusstsein, fur die Husserl auch in seinen friiheren Texten - trotz aller Kritik - bereits viel Sympathie bezeugt hatte. ' Anstatt diese Akte als immanente Zeit-Gegenstiinde intentional zu vermeinen, ware der Urprozess dann ganz einfach das unselbstandige bzw. implizite Vollzugsbewusstsein dieser Akte.

Es scheiden sich dann in der hyletischen Sphare, die wir jetzt bevorzugen, hyletische Ablaufe, die einen schon inszenierten Prozess fortsetzen, und solche, die neu einsetzen. \ 5 10 15 20 25 30 35 7 wahrend das fur den Einsatzpunkt eines solchen Prozesses nieht der Fall ist. Wir glauben, uns das urspriingliche hyletische Leben so vorstellen zu miissen, dass die hyletische Modifikation, die jeder "neue" Punkt des Prozesses, jedes urprasente hyletisehe Datum erfahrt, notwendig Kern einer Retention wird und im Fluss zu einer kontinuierliehen Retention immer hoherer kontinuierlicher Stufe oder (zu) Steigerungen ineinander gefloehtener Intentionalitaten wird.

Tote Retentionen konnen zwar neu erweckt werden und auferstehen, aber sie behalten dabei zumindest vorerst ihren Charakter der Verschwommenheit. In seiner gefiihrlichsten Form betrifft der unendliche Regress das Bewusstsein vorn "absoluten" Bewusstsein bzw. vom "Urprozess". Wir haben gesehen, dass Husserl das intentionale Bewusstsein von einem transzendenten Zeitgegenstand als eine intentionale Auffassung von einem vor-intentionalen Empfindungsdatum bestimmt. Dieses Empfindungsdatum ist dann ebenfalls noch, und zwar in einem tieferliegenden Bewusstsein bewusst, namlich im "absoluten" Bewusstsein oder "Urprozess".

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